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Großmarkthalle in Hammerbrook

Hammerbrook

Die Großmarkthalle weckt Begehrlichkeiten der Stadtplaner

 

Von Axel Tiedemann 28. Oktober 2009, 06:00 Uhr

Kürzlich wurde die Großmarkthalle als neuer Standort für die Universität vorgeschlagen. Für Stadtplaner ist auch ein Kulturzentrum denkbar.


Die Wellendach-Konstruktion erweckt den Anschein von mehreren Hallen, doch tatsächlich ist das Kernstück eine einzige große Halle.

mehr zum Thema: Hamburger Abendblatt


Hamburg. In dem riesigen denkmalgeschützten Gebäude mit dem Wellendach werden Obst, Gemüse und Blumen für ganz Nordeuropa umgeschlagen, doch es gibt Verlagerungspläne. Die Hektik der Stadt ist noch Zukunftsmusik. Wenige Autos erst rollen um diese Uhrzeit über die breite Amsinckstraße, während in der nahen Großmarkthalle jetzt, um halb sechs Uhr morgens, "die letzte Schlacht geschlagen wird", wie Jörn Reimers sagt. Der 47-Jährige ist hier Großhändler; in der

vierten Generation. Zwei Einkäufer schlendern durch seine Stände, ordern bei ihm noch Avocados oder Klementinen. Mitarbeiter räumen bereits Kartons weg, Gabelstapler surren durch die Gänge in der mächtigen Halle mit dem markanten Wellendach. Das Geschäft ist bald vorüber, die Atmosphäre entspannt wie in einem Bahnhof an einem Sonntagmittag.


Seit 1962 werden hier nachts Gemüse, Obst und Blumen gehandelt. Einer der größten Umschlagsplätze Nordeuropas, Drehscheibe zwischen Erzeugern und Supermärkten oder Restaurants; selbst große Teile Skandinaviens werden vom Großmarkt aus mit Frischware versorgt, auch nach Berlin und sogar Polen fahren die Lkw jetzt ab, um in Hamburg gehandelte Produkte zu liefern. Die Betonkonstruktion am Hafen gilt zudem als "Ikone der Architektur" (Oberbaudirektor Jörn Walter), seit 1996 ist sie denkmalgeschützt - und jetzt ins Blickfeld von Stadtplanern geraten:

Kürzlich schlug sie erst die Handelskammer als neuen Standort für die Universität vor und zeigte Studien, wie sich Hörsäle in das 40.000 Quadratmeter große Gebäude bauen ließen. Auch der Stadtplaner Jürgen Pietsch, Professor an der HafenCity-Uni, schlägt eine neue Nutzung vor. Vorstellbar sei dort beispielsweise ein großes Kulturzentrum, sagt er: "Nicht jetzt, aber in sieben bis zehn Jahren." Der Großmarkt könnte dann wie in anderen Städten auch aus der Stadt heraus verlagert werden. Noch etwas weiter in der Zukunft sieht Hamburgs Oberbaudirektor Jörn Walter eine neue Nutzung. Erst müsse der neue Stadtteil HafenCity dichter heranwachsen. Walter: "In den 20er-Jahren dieses Jahrhunderts könnte man dann über den Großmarkt nachdenken."